Ohne Titel, 1984
Informationen zum Kunstwerk
- MaterialWasserfarbe auf Papier
- Maße14,9 x 21 cm
- Erwerbsjahr1985
- InventarnummerUAB 417
- AusgestelltAktuell ausgestellt
- Copyright© Rosemarie Trockel. VG Bild-Kunst, Bonn [2025]. Foto: Elisabeth Greil, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Museum Brandhorst, München
Mehr über das Werk
Heute international eine der einflussreichsten Künstlerinnen der Gegenwart, erregte Rosemarie Trockel erstmals in den 1980er-Jahren mit ihren Arbeiten Aufsehen. Ganz bewusst setzte sie in dieser Zeit oftmals weiblich konnotierte Techniken wie das Stricken ein und verband sie mit provokanten bis politisch aufgeladenen Motiven: von „Playboy”-Bunnys bis zu Hakenkreuzen. Mit diesem ironisch-konzeptuellen Ansatz dekonstruiert sie Geschlechtervorstellungen und normative Gesellschaftsordnungen beinahe spielerisch. Auch kleine, scheinbar beiläufige Arbeiten verweisen auf diesen Kontext: Statt triumphaler Selbstbehauptung vermittelt das Werk hier eine ironische Brechung des Strebens nach „Platz eins” - und verweist zugleich auf die feministische Anstrengung, innerhalb männlich dominierter Strukturen überhaupt sichtbar zu werden. Dies geschah zu einem Zeitpunkt, als politisch Konservative wieder verstärkt traditionelle Familienwerte bewarben, zugleich aber Künstlerinnen eine sichtbarere Rolle im deutschen Kunstsystem einnahmen, unter anderem durch Anstrengungen von Galeristinnen wie Monika Sprüth, die mit ihrer Zeitschrift „Eau de Cologne” und mit Ausstellungen ausschließlich weiblicher Positionen Geschichte schrieb.