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Im Cosmos

Courtney Harmel & Tom RubnitzSparkling and Wild: ’80s New York in Film

bis
Film still with two people in glittering disco outfits from the movie Wigstock: The Movie, 1987

„Sparkling and Wild“ widmet sich ausgewählten Videoarbeiten der Künstler:innen Courtney Harmel und Tom Rubnitz der 1980er-Jahre. Sie lassen eintauchen ins queere Nightlife, die Performancekultur und Freund:innenschaft im New Yorker East Village. Mit Aufnahmen von Keith Harings „Party of Life“, Downtown-Ikonen wie John Sex und der Drag und Trans*-Szene rund um Wigstock zeigen sie eine kreative Gemeinschaft zwischen TV-Obsessionen, Konsum, Clubbing und künstlerischem Aktivismus. Eine Kooperation mit dem FILMFEST MÜNCHEN im Rahmen der Ausstellung „Andy Warhol & Keith Haring. Party of Life“.

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Laufzeit

bis

Ort

Untergeschoss

Kuratiert von

Franziska Linhardt

Courtney Harmel zählt zu den wichtigsten Akteur:innen der New Yorker Videoszene Mitte der 1980er-Jahre. Ihre Arbeiten fangen die Performancekultur und Nightclub-Events von Downtown New York ein: Von Keith Harings legendären „Party of Life“-Geburtstagsfeiern in der Paradise Garage über Signierstunden für Andy Warhols „Interview“-Magazin bis hin zu Videoproduktionen, die für die Schaufenster des ikonischen Fiorucci-Ladens entstanden. Auch filmte Harmel die spontanen Improvisationen für den Film und die Bühnenshow „Andy & Edie“ (1984), in der Warhol und sein Superstar-Schützling Edie Sedgwick von den Performancekünstler:innen Joey Arias und Ann Magnuson gespielt werden – beide gehörten zum Netzwerk des Club 57 rund um den jungen Haring.

 

Die Werke des Film- und Videokünstlers Tom Rubnitz stellen mit schrägem Humor und psychedelischen Farben die Downtownszene in all ihren Facetten vor: Videos wie „Made for TV“ (1984) spielen mit dem Look von Fernsehsendungen und bezeugen die Zelebration und Parodie von Massenmedien und Popkultur. Backstageaufnahmen im Pyramid Club und Dokumentationen über East-Village-Figuren wie den Kabarettstar John Sex geben glitzernd und wild eine queere Gemeinschaft der Zeit wieder. Präsentiert wird auch Rubnitz’ „Wigstock: The Movie“ (1987), der erste Dokumentarfilm über das Wigstock Festival, das ein wichtiger Vorläufer für die Einführung der Drag-Performance in den Mainstream war. Rubnitz’ Werbefilm für das Projekt „Summer of Love“ entstand 1990 für die Foundation for AIDS Research und vereint viele Figuren aus der Szene unter einem „Art Against AIDS“-Banner. Er setzt ein Zeichen für die zahlreichen Verluste (Rubnitz starb selbst 1992 an einer aidsbedingten Krankheit) ebenso wie für den Aktivismus und das Engagement, die sich in der Kunst durchsetzen sollten und für die auch Haring einstand.

A film still with Edie Sedgwick and Andy Warhol from Courtney Hamel's 'Andy & Edie' (1984)

Uptown, Midtown, Downtown

Das Filmprogramm des FILMFEST MÜNCHEN entführt parallel in Münchner Kinos nach Uptown, Midtown und Downtown New York: „Wild Style“ (1982), der weltweit als bedeutsamster Hip-Hop-Film gefeiert wird, stellt die Welt von Graffiti, Breakdance, Rap und Turntablism vor. „Variety“ (1983) dagegen widmet sich mit weiblichem Voyeurismus zwischen Peepshows und Pornokinos am Times Square in Manhattan, während „Downtown 81“ (1981/2000) den damals unbekannten Künstler Jean-Michel Basquiat durch die prägentrifizierte Lower East Side mit all ihren einmaligen Charakteren und Orten begleitet.

WILD STYLE

Mit dem aufstrebenden Graffiti-Künstler Raymond aka Zoro geht es in die südliche Bronx der 80er. Vor heruntergekommenen Kulissen zwischen Streetball und MC-Battle trifft dort die Downtown-Kunstwelt auf die Uptown-Graffitikultur. Dieser weltweit gefeierte Hip-Hop-Film ist ein kultiges Zeitporträt, das Hip-Hop, B-Boys und Graffitikunst ehrt. Mit einer All-Star-Besetzung aus Lee Quiñones, Lady Pink, Fab 5 Freddy, Patti Astor, Busy Bee, Grandmaster Flash, und vielen mehr.

VARIETY

Christine braucht Geld. Dringend. Also nimmt sie eine Stelle an der Kasse eines Pornokinos an. Dort trifft sie auf Louis, der regelmäßig ins Kino geht. Geradezu obsessiv versucht sie, mehr über ihn zu erfahren. Das Drehbuch stammt von der Punkschriftstellerin Kathy Acker, die Musik von John Lurie und Fotografin Nan Goldin spielt eine Gastrolle. Feministischer Klassiker des US-amerikanischen Undergroundfilms zwischen Geheimnissen und Voyeurismus. USA 1983 | Regie: Bette Gordon

The artist Jean-Michel Basquiat sprays graffiti on the wall of a building in New York

DOWNTOWN 81

In dem lange verschollenen Film spielt der damals noch unbekannte Jean-Michel Basquiat sich selbst. Einen Tag lang begleiten die Filmemacher Edo Bertoglio und Glenn O’Brien den damals 21-jährigen Künstler: Er muss Geld auftreiben, um die Wohnung zurückzubekommen, aus der er rausgeworfen wurde. In der Hoffnung, ein Gemälde zu verkaufen, streift er durch die Straßen, Clubs und ultrahippe Subkultur im Manhattan der Post-Punk-Ära. USA 1981/2000 | Regie: Edo Bertoglio

Several tube televisions show videos in a dark room with blue-lit pedestals.
Several tube televisions show videos in a dark room with blue-lit pedestals.