Courtney Harmel & Tom RubnitzSparkling and Wild: ’80s New York in Film
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„Sparkling and Wild“ widmet sich ausgewählten Videoarbeiten der Künstler:innen Courtney Harmel und Tom Rubnitz der 1980er-Jahre. Sie lassen eintauchen ins queere Nightlife, die Performancekultur und Freund:innenschaft im New Yorker East Village. Mit Aufnahmen von Keith Harings „Party of Life“, Downtown-Ikonen wie John Sex und der Drag und Trans*-Szene rund um Wigstock zeigen sie eine kreative Gemeinschaft zwischen TV-Obsessionen, Konsum, Clubbing und künstlerischem Aktivismus. Eine Kooperation mit dem FILMFEST MÜNCHEN im Rahmen der Ausstellung „Andy Warhol & Keith Haring. Party of Life“.
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Untergeschoss
Franziska Linhardt
Courtney Harmel zählt zu den wichtigsten Akteur:innen der New Yorker Videoszene Mitte der 1980er-Jahre. Ihre Arbeiten fangen die Performancekultur und Nightclub-Events von Downtown New York ein: Von Keith Harings legendären „Party of Life“-Geburtstagsfeiern in der Paradise Garage über Signierstunden für Andy Warhols „Interview“-Magazin bis hin zu Videoproduktionen, die für die Schaufenster des ikonischen Fiorucci-Ladens entstanden. Auch filmte Harmel die spontanen Improvisationen für den Film und die Bühnenshow „Andy & Edie“ (1984), in der Warhol und sein Superstar-Schützling Edie Sedgwick von den Performancekünstler:innen Joey Arias und Ann Magnuson gespielt werden – beide gehörten zum Netzwerk des Club 57 rund um den jungen Haring.
Die Werke des Film- und Videokünstlers Tom Rubnitz stellen mit schrägem Humor und psychedelischen Farben die Downtownszene in all ihren Facetten vor: Videos wie „Made for TV“ (1984) spielen mit dem Look von Fernsehsendungen und bezeugen die Zelebration und Parodie von Massenmedien und Popkultur. Backstageaufnahmen im Pyramid Club und Dokumentationen über East-Village-Figuren wie den Kabarettstar John Sex geben glitzernd und wild eine queere Gemeinschaft der Zeit wieder. Präsentiert wird auch Rubnitz’ „Wigstock: The Movie“ (1987), der erste Dokumentarfilm über das Wigstock Festival, das ein wichtiger Vorläufer für die Einführung der Drag-Performance in den Mainstream war. Rubnitz’ Werbefilm für das Projekt „Summer of Love“ entstand 1990 für die Foundation for AIDS Research und vereint viele Figuren aus der Szene unter einem „Art Against AIDS“-Banner. Er setzt ein Zeichen für die zahlreichen Verluste (Rubnitz starb selbst 1992 an einer aidsbedingten Krankheit) ebenso wie für den Aktivismus und das Engagement, die sich in der Kunst durchsetzen sollten und für die auch Haring einstand.