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Im Cosmos

Coming Together in Parts: Hijack the Future

bis

Unter dem Titel „Coming Together in Parts“ zeigt ein zweiteiliges Filmprogramm Werke von Künstler:innen, die sich mit der Wechselwirkung von Körpern und Technologien sowie alternativen Zukunftserzählungen auseinandersetzen. Das zweite Kapitel „Hijack the Future“ präsentiert Videoarbeiten von Sophia Al-Maria, Masha Godovannaya und Yong Xiang Li. Ihre Perspektiven greifen die Themen der Ausstellung „Future Bodies from a Recent Past – Skulptur, Technologie, Körper seit den 1950er-Jahren“ "auf und erweitern sie medial, zeitlich und inhaltlich.

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Laufzeit

bis

Ort

Untergeschoss

Kuratiert von

Franziska Linhardt

Hijack the Future“ führt durch verschiedene scheinbar postapokalyptische Zeiten, in denen nicht menschliche Akteur:innen – eine Wüste, eine Hündin und ein Vampir – die jeweiligen Hauptrollen spielen. Die filmischen Erzählungen von Sophia Al-Maria, Masha Godovannaya und Yong Xiang Li durchkreuzen nicht nur Vorstellungen von Zeit, sondern auch überlieferte Geschichten und Mythen. Sie eröffnen alternative und mehr-als-menschliche Perspektiven auf unser Mit- und Gegeneinander auf diesem Planeten – zwischen Gemeinschaft, Abhängigkeit und Ausbeutung.

Sophia Al-Maria, The Future was Desert Part 1, 2016

In Sophia Al-Marias „The Future was Desert Part 1“ (2016) ist die Wüste gleichzeitig Zeitmaschine und Schauplatz posthumaner Dystopie. Schnell geschnittene Aufnahmen von delirierenden Traumlandschaften werden von einer roboterhaften Stimme begleitet, die eine Zerstörungsgeschichte der Erde durch die Menschen erzählt. Das Video durchquert geologische Zeiträume, lässt planetarische sowie menschliche Vergangenheit und Zukunft kollabieren. Damit thematisiert Al-Maria auch die Spannungen einer komplexen Geopolitik in der persischen Golfregion, wo natürliche Ressourcen wie Erdöl als Schlüssel der Zukunft gelten.

Masha Godovannaya, Laika. The Last Flight, 2017

Masha Godovannayas „Laika. The Last Flight“ (2017) handelt von der Straßenhündin Laika, dem ersten Lebewesen, das erfolgreich in die Erdumlaufbahn geschickt wurde. Sie ist einer der vielen sowjetischen Weltraumhunde, die für die Erkundung des Weltalls mit ihrem Leben bezahlten. Montagen und Manipulationen gefundener Filmaufnahmen der 1950er-Jahre sowie ein Voiceover, ein fiktiver Brief von Laika selbst, verschieben die heroische Erzählung der ersten Kosmonautin. Sie stellen die Hündin als Subjekt und Akteurin vor und verhandeln ihre Perspektive in dem von ambivalenten Ideologien und menschlichem Machtstreben bestimmten Zeitalter der Raumfahrt.

Yong Xiang Li, I’m Not in Love (How to Feed on Humans), 2020

Yong Xiang Lis „I’m Not in Love (How to Feed on Humans)“ (2020) ist eine Kombination zwischen Spielfilm, Liebeskomödie und Musikvideo. Durch kollaborative Herangehensweisen und die Freiheiten von DIY- und Low-Budget-Produktion entstaubt es die negativen Überlieferungen des Vampirismus: Vampy – ein 386 Jahre alter Vampir – flaniert bei helllichtem Tag durch die Stadt. Statt blutrünstiger Transformation verspricht sein Biss Freude und langes Leben. In Vampys symbiotischer und polyamouröser Gemeinschaft mit seinen drei menschlichen Geliebten hinterfragt die Arbeit die Mechanismen des Monster-Werdens und Vorstellungen von Liebe in einer von Hegemonien und Abhängigkeiten geprägten Gegenwart.

Dark room with a screen showing a video work. People in red overalls can be seen standing on car wrecks with their arms raised.
Dark room with a screen showing a video work. Two people are seen having a picnic on a meadow, surrounded by colorful objects and a transparent umbrella.