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Im Cosmos

Coming Together in Parts: Carriers

bis
Film still showing arm in water

Unter dem Titel „Coming Together in Parts“ zeigt ein zweiteiliges Filmprogramm Werke von Künstler:innen, die sich mit der Wechselwirkung von Körpern und Technologien sowie alternativen Zukunftserzählungen auseinandersetzen. Das erste Kapitel „Carriers“ präsentiert Videoarbeiten von Jeamin Cha, Jill Magid und Sondra Perry. Ihre Perspektiven greifen die Themen der Ausstellung „Future Bodies from a Recent Past – Skulptur, Technologie, Körper seit den 1950er-Jahren" auf und erweitern sie medial, zeitlich und inhaltlich.

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Laufzeit

bis

Ort

Untergeschoss

Kuratiert von

Franziska Linhardt

„Carriers“ widmet sich Körpern als Bedeutungsträgern und der Frage, wie sich Künstler:innen mit den Repräsentationen von Körpern in digitalen und technologischen Umgebungen auseinandersetzen. Die gezeigten Videoarbeiten von Jill Magid, Sondra Perry und Jeamin Cha nähern sich unterschiedlichen Formen der Entfremdung zwischen Subjekten und ihren Bildern sowie deren Verhältnissen zu Organisationen und institutionellen Strukturen.

Film still showing two women in a swimming pool.

Jeamin Cha, Nameless Syndrome, 2022

Jeamin Chas Essayfilm „Nameless Syndrome“ (2022) verfolgt in fünf Kapiteln nicht diagnostizierbare Krankheiten von Frauen. Dabei thematisiert er die ständige Reduzierung des Selbst durch seine digitalen Bilder und Daten, aber auch durch Institutionen und soziale Systeme. Denn Untersuchungsmöglichkeiten wie die medizinische Bildgebung können das Wesen aktueller körperlicher Leiden aufgrund ihrer symptomatischen und politischen Komplexität nicht erfassen. In der Überlagerung von Bild, Ton und zitierten Textausschnitten hinterfragt Cha den empirischen Wahrheitsanspruch von Wissenschaft und Medizin.

Film still showing an entrance hall with people in back view looking at a screen.

Jill Magid, Lobby 7, 1999

Jill Magids „Lobby 7“ (1999) dokumentiert eine Perfomance, die in der Lobby des Massachusetts Institute of Technology (MIT) stattfand. Die Künstlerin kaperte den Informationsbildschirm und unterbrach dessen Programm mit einer eigenen Übertragung: Durch eine Miniaturkamera, die sie unter ihren Kleidern entlangführte, erkundete sie in Echtzeit ihren Körper und filmte die Reaktion der Passant:innen. Magid konfrontiert Überwachungsmechanismen und Kontrolle mit Voyeurismus, persönlicher Intimität und Begehren.

Film still showing a blurred photo of two people with a blue figure floating on it

Sondra Perry, IT’S IN THE GAME ’17, 2017

Sondra Perrys Videoarbeit „IT’S IN THE GAME ’17“ (2017) dreht sich um einen digitalen, aber realen Diebstahl. Denn das Bild des Zwillingbruders der Künstlerin – er ist professioneller Basketballspieler – wurde ohne dessen Zustimmung und ohne Kompensation für einen Avatar in einem Videospiel verwendet. Perry vergleicht dies mit der Art und Weise, wie große Museen ihre Sammlungen auf Raubkunst aus kolonialen Kontexten aufgebaut haben. Zwischen Privatem und Öffentlichem, Realem und Virtuellem, Original und Kopie wirft die Arbeit Fragen nach Autor:innenschaft, Identität und kultureller Gerechtigkeit auf.

Dark room with a screen showing a video. A person wearing a headset can be seen in an office.